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Nachruf Melissa Behrend *03.08.1994 – † 23.06.2021

Requiescat in pace

Ein Satz, den man in den letzten Wochen und Monaten immer häufiger hört und liest, obwohl er immer mit Trauer und dem Verlust einer nahestehenden Person einhergeht.
Ich hätte nie gedacht, dass eine Sonderklausel unserer Fachschaftssatzung einmal ihre Anwendung findet und zugleich den Verlust nicht nur einer Kommilitonin, sondern auch Freundin bedeutet. Viele von Euch kannten Melissa und haben mit Ihr zusammen einige Seminare und Vorlesungen gehabt. Selbst diejenigen, die sie nicht persönlich kannten, wussten meist trotzdem wer sie ist.


Ein Mensch, der absolute Lebensfreude ausgestrahlt hat und immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. Wenn man mit Melissa Zeit verbrachte, fühlte man sich immer besser und hat auch in schwierigen Momenten nicht die Hoffnung verloren. Denn sie hat immer versucht optimistisch an Dinge heranzugehen. Man konnte sich sicher sein, dass wenn eine Prüfung anstand Melissa sich als erste erkundigte, wie es gelaufen sei und im Zweifel auch tröstete, wenn es mal nicht so gut lief. Meist hat sie auch schon vorher ihre Lernunterlagen angeboten, wenn sie die Prüfung schon abgelegt oder bestanden hatte. Hilfsbereitschaft, die keine Gegenleistung forderte und absolut vorurteilsfrei war. So war Melissa auch immer diejenige, die in Veranstaltungen die Fragen stellte, die sich der restliche Kurs nicht traute zu fragen und dieses Konzept haben wir auch beibehalten, als ich zusammen mit ihr in den Berufungskommissionen für unserer Dozent*innen saß.


Ganz nach dem Motto: „Fragen kostet nichts.“ Ich habe mir auch immer vorgestellt, dass sie auf diese Weise ihren Unterricht gestalten wird, immer individuell passend für ihre Schüler*innen und mit viel Witz und Kreativität.


Diese kreative Seite haben vielleicht nicht alle von ihr gekannt, aber sie war genauso stark ausgeprägt. Ihre Leidenschaft zur Musik, der sie ja in jüngeren Jahren als Sängerin einer kleinen Band nachging und später immer begeistert war, wenn jemand ein Instrument besonders gut konnte und denjenigen dann zum Spielen brachte. Aber nicht nur im musikalischen Bereich war Melissa zu Hause, auch im künstlerischen, wo sie sich über einige Jahre hinweg ein kleines Schmuckgeschäft aufgebaut hatte. Mit liebevoll hergestellten Ketten und Armbändern. In diese hat sie auch ihre Freude an Harry Potter einfließen lassen.


Aber nun stellt sich vielleicht Einigen die Frage, was hat das alles mit unserer Fachschaft zu tun.


Melissa war mit eine der ersten, die sich aktiv in der Fachschaftsvertretung und auch im Fachschaftsrat engagiert hat. Sie war von 2017 an bis zu ihrem Tod Mitglied der Fachschaftsvertretung und hat immer mit guten und neuen Ideen aber auch in den wichtigen Momenten mit konstruktiver Kritik stark dazu beigetragen, dass wir heute da sind, wo wir sind. Auch im Fachschaftsrat, dessen stellvertretenden Vorsitz sie einige Zeit besetzte, sorgte sie für Digitalisierung und Organisation und war auch selbst, wenn sie viel zu tun hatte, immer vor Ort, wenn Hilfe beim Aufbau oder der Planung nötig war zur Stelle.


Melissa, Du wirst uns allen sehr fehlen und wir werden Dich nie vergessen. Danke, dass Du uns eine gute Studentin, Kommilitonin, Weggefährtin, Freundin warst. Du hast uns immer zum Lachen gebracht und hattest immer einen guten Spruch parat. Deine Leidenschaft für das Unterrichten des schwierigen Faches Latein wird ohne Dich in den kommenden Generationen ein Loch hinterlassen, zumindest glaube ich das.


Wir wünschen allen Angehörigen und besonders ihrem Partner viel Kraft, Mut und Durchhaltevermögen in diesen schweren Stunden. Melissa wird in uns allen weiterleben.


In Memoriam
 

Victor
Vorsitzender der Fachschaftsvertretung
der Fachschaft Griechische und Lateinische Philologie Bonn
 

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